09. September 2016

Spitzenleistungen brauchen das richtige Energiesystem

Diskutierten über körperliche und geistige Fitness in Zeiten der Digitalisierung: Prof. Dr. Elmar Wienecke, Robert Harting, Detlef Sieverdingbeck sowie Philip Harting (von links nach rechts).

Wenn das Energiesystem nicht stimmt, bleiben Menschen unter ihren Möglichkeiten. Das gilt besonders für Spitzensportler, aber auch im Beruf. „Scheitern hat meistens biochemische Ursachen“, unterstrich der Sportwissenschaftler Prof. Dr. Elmar Wienecke bei einer Podiumsdiskussion mit dem Diskus-Olympiasieger von London 2012, Robert Harting, auf Einladung der HARTING Technologiegruppe in Minden.

Top-Leistungen am Arbeitsplatz wie im sportlichen Wettbewerb seien nur zu erreichen,  wenn die Menschen ihre energetische Bilanz verbessern. Geschehe dies nicht, bleibe Potenzial ungenutzt und die Risiken würden deutlich zunehmen. „Rund zwei Drittel der betrieblichen Führungskräfte schlafen schlecht. Das hat natürlich Einfluss auf ihren Einsatz und ihre Leistungen“, betonte Wienecke und verwies in diesem Zusammenhang auf einschlägige Untersuchungen.

Und wer weiß die Bedeutung seines Energiesystems und gesundheitsbedingtes Scheitern  besser einzuschätzen als ein Spitzensportler? Robert Harting, 2012 bis 2014 in Folge „Sportler des Jahres“ in Deutschland und aufgrund einer Verletzung bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro 2016 vorzeitig ausgeschieden, berichtete daher als Praktiker von seinen Trainingsmethoden, seiner Strategie und der Vorbereitung auf internationale Meisterschaften.

Das Gespräch der beiden Sportler – Wienecke trainierte Anfang der 1990er Jahre mit dem FC Gütersloh und Schweinfurt 05 kurzzeitig zwei Fußball-Zweitligisten – war ein  Höhepunkt des Symposiums mit dem Thema „Herausforderungen der Digitalisierung im Zusammenspiel Mensch – Technik – Wirtschaft“ in der Zentrale von HARTING Deutschland im Botta-Bau in Minden. Heute ist Wienecke Geschäftsführender Gesellschafter der SALUTO Gesellschaft für Sport und Gesundheit mit Sitz in Halle/Westfalen.

Weitere Themen der gut besuchten Veranstaltung, darunter Vertreter von Großunternehmen der Elektrobranche, waren juristische, technologische und gesellschaftliche Aspekte der Industrie 4.0. Zu den Referenten zählten neben dem Vorstandsvorsitzenden der HARTING Technologiegruppe, Philip Harting,  auch der Geschäftsführer Stefan Olding (HARTING Deutschland) und Business Development Manager Thomas Heijnen (HARTING IT System Integration) sowie der Leiter der Rechtsabteilung der Technologiegruppe, Rechtsanwalt Marc Wirwas.

Mittelständler müssen sich mit Industrie 4.0 beschäftigen


Wie wichtig das Thema Industrie 4.0  vor allem für mittelständische Unternehmen ist, machte Thomas Heijnen, Business Development Manager bei HARTING IT Systems Integration, deutlich. „Mittelständler, die sich nicht mit Industrie 4.0 beschäftigten, werden rasch von den Wettbewerbern abgehängt“, sagte Heijnen. Am Beispiel eines konkreten Projektes im Bereich Behältermanagement beim Automobilzulieferer Brose (Coburg) zeigte Heinen, welche Effizienzgewinne sich durch die Digitalisierung realisieren lassen. HARTING hatte dieses Projekt bei Brose umgesetzt.

Marc Wirwas erläuterte aus juristischer Sicht die Herausforderungen, welche mit der Industrie 4.0 einhergehen. „Da das Thema Industrie 4.0 sich in einem fortlaufenden – insbesondere auch globalen – Entwicklungsprozess befindet, sind zukünftig sehr viel stärker die verschiedenen Rechtsordnungen zu betrachten“, betonte Wirwas.

National und auf europäischer Ebene lassen sich die überwiegende Anzahl bereits heute absehbarer Fragestellungen mit den bekannten rechtlichen Mechanismen bewältigen, wie der Rechtsanwalt ausführte. Hierbei besteht für die Beteiligten viel Gestaltungsfreiraum. Einen besonderen Stellenwert werden deshalb zukünftig detailliert vertragliche Vereinbarungen zwischen den beteiligten Unternehmen haben, um Rechtspositionen abzusichern. „Das deutsche AGB-Recht stellt sich dabei einmal mehr als Hemmschuh für rechtssichere Vereinbarungen dar“, sagte Wirwas weiter.

Solange im Rechtsverkehr zwischen Unternehmen nicht rechtssicher vertragliche Regelungen im Rahmen von allgemeinen Geschäftsbedingungen abgeschlossen werden können, müssen Lösungen gegebenenfalls unter Zuhilfenahme ausländischer Rechtsordnungen gefunden werden. „Dies erschwert die mit Industrie 4.0 verbundene Innovationsgeschwindigkeit deutscher Unternehmen deutlich“, unterstrich Wirwas.

Da es aber auch national rechtlich nicht eindeutig zuordenbare Rechtspositionen gäbe, insbesondere für den Bereich der in der Industrie 4.0 generierten Daten, seien die Entwicklungen in der Rechtsprechung laufend im Auge zu behalten.

Robert Harting informierte sich über Fit@HARTING

Diskus-Profi Robert Harting hatte sich am Mittwoch bei seinem Besuch auch über das umfangreiche Gesundheitsprogramm und -angebot Fit@HARTING informiert. Er demonstrierte im Rahmen der HEALTH GAMES OWL Mitarbeitenden praktische Übungen und Trainingseinheiten für mehr Fitness und Wohlbefinden im Job und nach Feierabend. Dazu gab es bei einem Vortrag von Prof. Dr. Wienecke Tipps für gesunde Ernährung und Gelegenheit für Fragen und interessante Informationen.

Die HEALTH GAMES OWL sollen Mitarbeitende in Unternehmen in Ostwestfalen-Lippe „fitter“ machen. Das Projekt läuft von Mai bis Oktober 2016. Geplant ist die Untersuchung von 400 bis 1.000 Mitarbeitern in 20 Unternehmen, um einen repräsentativen Querschnitt zu ermitteln.
Die HARTING Technologiegruppe ist eines dieser Unternehmen, die an den HEALTH GAMES teilnehmen. Durchgeführt wird der Wettbewerb von der SALUTO Gesellschaft für Sport und Gesundheit mit Sitz in Halle (Westfalen) und der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) Bielefeld. Prof. Dr. Elmar Wienecke hat an der FHM einen Lehrauftrag für den Studiengang Mikronährstofftherapie & Regulationsmedizin.